Wie alles anfing
Vor knapp zehn Jahren habe ich VerumVita gegründet — meine Ernährungstherapie-Praxis. Anfangs reichte mir eine einfache WordPress-Seite. Aber je länger ich Klient:innen begleitete, desto wichtiger wurde mir, dass auch das Drumherum — Buchung, Kommunikation, Datenschutz — zu dem passt, wofür ich stehe.
Schon vor dem Programmieren habe ich viel geschrieben. Seit der Gründung von VerumVita schreibe ich auf dem dazugehörigen Blog über Gesundheits-, Ernährungs- und psychologische Themen — mit besonderem Interesse an Gesprächsführung und Beratungspsychologie. Zehn Jahre Schreiben über Gesundheit zwingen einen, präzise zu werden: Fachlichkeit verständlich zu machen, ohne sie zu trivialisieren.
Vom Hochladen zum Verstehen
Anfangs habe ich nur Blogbeiträge auf der WordPress-Seite hochgeladen. Dann habe ich angefangen, die Seiten selbst zu bearbeiten und das Design zu verändern. Aus Neugier. Es hat mich interessiert, wie das eigentlich funktioniert, was da unter der Haube passiert.
Diese Tüftler-Mentalität ist geblieben — und ich gebe ehrlich zu, dass ich mich in den letzten Jahren zunehmend als kleinen Nerd bemerkt habe. Ich finde Spaß daran, die Werkstatt unter der Haube zu verstehen, und ich finde Spaß daran, sie immer ein bisschen besser zu machen. Dieselbe Neugier treibt mich übrigens auch zur Philosophie- und Psychologie-Lektüre.
Warum ich richtig eingestiegen bin
Vor knapp vier Jahren bin ich richtig tief ins Programmieren eingestiegen — nicht über ein Tutorial, sondern über eine Frage: Wie schütze ich die Daten meiner eigenen Klient:innen besser, als WordPress das tut? Die WordPress-Struktur reichte mir nicht mehr, und die datenschutztechnischen Bedingungen haben mir zunehmend Sorgen bereitet.
Was bei VerumVita anfing — eine selbstprogrammierte Webseite, weil WordPress an seine Grenzen kam — hat sich seither fortgesetzt: ein eigenes Buchungssystem, weil ich den gängigen Drittanbietern die Daten meiner Klient:innen nicht anvertrauen wollte. Ein KI-Telefonassistent, weil mein Empfang Entlastung brauchte. Ein eigener Editor namens ShakesBeards, der entstanden ist, weil mich ein Kunde gefragt hat, ob er seine Texte nicht selbst ändern könnte. Eine größere Plattform-Idee namens GesundVerbund, an der ich noch baue. Vieles davon entstand, weil ich es für mich selbst brauchte — manches, weil mich jemand danach gefragt hat. In jedem Fall musste es sich bewähren, bevor es an weitere Kund:innen ging.
Einen davon verkaufe ich bewusst nicht. Den KI-Telefonassistenten habe ich gebaut, getestet und wieder aus dem Angebot genommen — aus zwei Gründen. Für eine kleine Praxis rechnet er sich nicht: Bei rund 25 Routineanrufen am Tag steht am Monatsende ein Minus, und das rechne ich Ihnen im Erstgespräch gern vor. Und dort, wo er sich rechnen würde — in der größeren Arztpraxis —, betreibt man ihn mit den heute verfügbaren Bausteinen auf Gesundheitsdaten und innerhalb der ärztlichen Schweigepflicht nicht seriös. Ich habe ihn also gebaut und dabei etwas gelernt, das ich sonst nicht wüsste: Es sind nicht die Anrufe, die eine Praxis aufreiben, sondern die immer gleichen. Und die gehören in ein Formular, nicht in ein Sprachmodell.